Senkung der Steuerlast auf Arbeitnehmer, härtere Strafen für organisierte Kriminalität, Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen, Kampf gegen illegale Einwanderung, beispiellose Haushaltssanierung, drastische Ausgabenkürzungen: Die strukturellen Reformen, die die MR auf föderaler Ebene trägt, stellen die Arbeit wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft und richten die Solidarität gezielter aus. Sie liefern konkrete Antworten auf die Realität vor Ort und geben den Gemeinden Hebel für wirksames Handeln. Notwendige und verantwortungsvolle Entscheidungen für heute und morgen.
Dieses Dokument fasst die wichtigsten föderalen Reformen bis 2026 auf klare und strukturierte Weise zusammen, sodass lokale Mandatare sie vertreten können. Der Schwerpunkt liegt auf den konkreten Auswirkungen der wichtigen Reformen der Föderalregierung und der MR-Minister für Bürger, Gemeinden und lokale Akteure sowie auf den zentralen Botschaften.
1. Steuerpolitik und Kaufkraft
Diese Steuerreform verfolgt ein doppeltes Ziel: mehr Steuergerechtigkeit und mehr Kaufkraft für Arbeitseinkommen, bei gleichzeitiger Sicherung der mittelfristigen Haushaltstragfähigkeit. Sie beruht auf einer Neuausrichtung zwischen Kapital, Arbeit und Konsum, ohne die Mittelschicht zu belasten.
1.1 Kaufkraft
- Schrittweise Erhöhung des steuerfreien Einkommensbetrags auf 15.300 €.
- Geschätzter Durchschnittsgewinn: ± 1.100 € netto pro Jahr, also rund 90 € netto pro Monat.
- Senkung und Individualisierung des Sondersozialbeitrags, mit Abschaffung der benachteiligenden Effekte für Alleinstehende.
- Modernisierung der Zuschläge für unterhaltsberechtigte Kinder: mehr Gerechtigkeit für kleine und mittlere Familien.
- Abschaffung des Steuervorteils auf Arbeitslosenleistungen, ausgeglichen durch gezielte Maßnahmen für schwache Gruppen.
Auswirkungen für die Gemeinden:
➡ Mehr Nettoeinkommen für die Bürger ohne Lastenverschiebung auf die Gemeinden.
➡ Künftige Möglichkeit einer technischen Anpassung der Gemeindezuschläge, ohne Auswirkung für den Steuerzahler.
1.2 Steuer auf Kapitalgewinne aus beweglichen Werten
- Einführung einer Steuer von 10 % auf Kapitalgewinne, die ab dem 1. Januar 2026 beim Verkauf von Finanzanlagen (Aktien, ETFs, Anleihen, Fonds, Kryptowerte, Edelmetalle, derivative Produkte) erzielt werden.
- Jährliche Freistellung von 10.000 € pro Steuerpflichtigem, indexiert, mit Möglichkeit einer teilweisen Übertragung bis zu 15.000 €.
- Verluste desselben Jahres sind abzugsfähig, was Anleger vor Marktschwankungen schützt.
- Spezifische Regelung für wesentliche Beteiligungen (≥ 20 %), um unternehmerische Situationen zu berücksichtigen.
- Pensionsprodukte und Gruppenversicherungen bleiben ausgenommen.
Was zu behalten ist:
➡ Die Reform zielt nicht auf die Ersparnisse der Bevölkerung oder Kleinanleger ab.
➡ Sie lässt hohe Finanzeinkommen stärker beitragen, ohne produktive Investitionen zu bestrafen.
1.3 Mehrwertsteuerreform
- Erhöhung von 6 % auf 12 % für Hotel- und Campingübernachtungen, bestimmte Sport-, Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten.
- Beibehaltung eines ermäßigten Satzes für Kultur im engeren Sinne (Theater, Oper, klassische Musik, Zirkus).
- Mehrwertsteuer von 12 % auf alkoholfreie Getränke.
- Mehrwertsteuer von 12 % auf 21 % für Pestizide angehoben.
2. Beschäftigung & Arbeitsmarkt
Die Reform des Arbeitsmarkts ist ein zentraler Pfeiler der Regierungspolitik. Sie beruht auf einem einfachen und politisch klar vertretenen Grundsatz: Arbeit muss immer attraktiver sein als Untätigkeit, wobei Menschen, die wirklich nicht arbeiten können, geschützt bleiben.
2.1 Reform der Arbeitslosenversicherung
- Stärkung der schrittweisen Aktivierung von Arbeitsuchenden.
- Individuelle Begleitung der Wege, mit verstärkter datengestützter Steuerung.
- Vereinfachung der Regeln und Harmonisierung der Verfügbarkeitspflichten.
- Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Föderalstaat, Regionen und öffentlichen Arbeitsämtern.
Lokal zu vertreten:
➡ Es geht nicht um Stigmatisierung, sondern um echte Beschäftigungsperspektiven.
➡ Schwache Personen bleiben begleitet.
➡ Die Reform zielt auf eine dauerhafte Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit.
2.2 Aufwertung der Arbeit und Wachstum
- Erhöhung des Mindestlohns um 35 € brutto im April 2026.
- Vorgesehener Ausgleich für Arbeitgeber, um Arbeitsplätze zu erhalten.
- Einführung eines universellen Mobilitätsbudgets, einfacher und klarer.
- Gezielte Unterstützung der Sozialwirtschaft.
Botschaft:
➡ Die Kaufkraft unterstützen, ohne Beschäftigung oder KMU zu schwächen.
2.3 Rückkehr zur Arbeit: Langzeiterkrankungen
- Umsetzung der Burnout-Projekte 2026.
- Individuelle Wiedereingliederungswege.
- Koordinierte Verantwortungsübernahme von Arbeitgebern, Ärzten, Krankenkassen und öffentlichen Diensten.
➡ Ziel ist nicht, die Rückkehr zur Arbeit zu erzwingen, sondern eine endgültige Ausgrenzung zu verhindern.
2.4 Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts
- Ausweitung der freiwilligen Überstunden.
- Geregelte Verallgemeinerung der Flexi-Jobs.
- Angepasste Wiedereinführung der Probezeit.
- Modernisierung der Nachtarbeit und der Kündigungsfristen.
Botschaft:
➡ Mehr Flexibilität ohne Prekarisierung.
3. Renten
Die Rentenreform zielt darauf ab, die Nachhaltigkeit des Systems in einem Kontext der beschleunigten Alterung zu sichern und dabei mehr Gerechtigkeit zwischen den Regelungen herzustellen.
3.1 Reform der gesetzlichen Renten
- Einführung eines Bonus-/Malus-Systems ab 2027.
- Stärkere Anerkennung vollständiger und tatsächlich geleisteter Laufbahnen.
- Schrittweise Harmonisierung zwischen öffentlichem und privatem Sektor.
- Schrittweise Abschaffung der Sonderregelungen.
Zu behaltende Botschaft:
➡ Erworbene Rechte werden respektiert.
➡ Die Anstrengung wird gerecht verteilt.
3.2 Begrenzung der gleichgestellten Zeiten
- Schrittweise Obergrenze für gleichgestellte Zeiten (40 % → 20 %).
- Ausschluss von Krankheitszeiten und thematischen Urlauben.
Zu erklären:
➡ Das System soll vor allem tatsächlich geleistete Arbeit belohnen.
3.3 Zusatzrenten
- Zusatzrenten auf Beamte ausweiten.
- Die zweite Säule stärken, um zukünftige Einkommen zu sichern.
4. Soziale Integration & ÖSHZ
Diese Reformen betreffen direkt die Gemeinden und die ÖSHZ. Sie zielen darauf ab, die Kohärenz des Sozialsystems zu stärken und dauerhafte Abhängigkeitseffekte zu vermeiden.
4.1 Eingliederungseinkommen und GPMI
- Verallgemeinerung des GPMI.
- Verpflichtende Einbeziehung von Suchtproblemen, wenn nötig.
- Verstärkte Budgetbegleitung.
Politische Logik:
➡ Solidarität ja, aber aktiv und verantwortungsbewusst.
4.2 Aufenthaltsbedingung und Integrationsbemühungen
- Aufenthaltsbedingung von 5 Jahren für Sozialhilfe.
- Anpassung der Unterstützung entsprechend den Integrationsbemühungen.
➡ Die Akzeptanz der Bürger für das Solidaritätssystem sichern.
4.3 Kataster der Sozialhilfen
- Gesamtübersicht der Hilfen, um übermäßige Kumulierung zu vermeiden.
- Arbeit attraktiver machen als Sozialhilfe.
5. Menschen mit Behinderung
Diese Reform zielt darauf ab, strukturelle Hindernisse für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu beseitigen, ohne ihre finanzielle Sicherheit oder ihre sozialen Rechte zu schwächen.
5.1 Reform der Leistungsregelung
- Überarbeitung der Kumulierungsregeln zwischen Berufseinkommen und Ersatzeinkommen.
- Entkoppelung der Integrationszulage vom Haushaltseinkommen.
- Automatisierung der Rechtsgewährung, wenn die Verwaltungsdaten dies ermöglichen.
➡ Arbeit muss stets finanziell vorteilhaft sein.
➡ Die Reform zielt auf Autonomie, nicht auf Sanktionen ab.
➡ Gemeinden und ÖSHZ bleiben zentrale Akteure der Begleitung.
6. Gesundheit
Die Gesundheitspolitik beruht auf einem bewussten Gleichgewicht zwischen Versorgungsqualität, Zugänglichkeit und Haushaltstragfähigkeit.
6.1 Gesundheitsbudget 2026
- Aufteilung der Anstrengung zwischen Pharma-, Medizin- und Krankenhaussektor.
- Keine Beeinträchtigung des Zugangs zur Versorgung.
- Systematische Suche nach Effizienz.
➡ Unser solidarisches System bewahren und gleichzeitig die Ausgaben kontrollieren.
6.2 Reform der Krankenhauslandschaft
- Strukturierung der Landschaft in vier Versorgungsstufen.
- Klärung der Aufgaben jedes Krankenhaustyps.
- Bessere Nutzung von Personal- und Finanzmitteln.
➡ Es geht nicht darum, Krankenhäuser zu schließen, sondern das Versorgungsangebot besser zu organisieren.
6.3 Honorarzuschläge und Rückkehr zur Arbeit
- Schrittweise Regelung der Honorarzuschläge.
- Verantwortungsübernahme der Akteure bei Langzeiterkrankungen.
- Ziel: die Zahl der dauerhaft vom Arbeitsmarkt entfernten Personen um 100.000 senken.
7. Selbstständige
Selbstständige sind ein Pfeiler der lokalen Wirtschaft. Die Reform will ihnen einen besseren Sozialschutz bieten, ohne die Belastungen unnötig zu erhöhen.
7.1 Sozialstatut der Selbstständigen
- Reform des Statuts des studierenden Selbstständigen, mit mehr Rechtsklarheit.
- Abschaffung nutzloser Bescheinigungen.
- Bessere Rechtssicherheit für untypische Laufbahnen.
7.2 Soziale Rechte und Elternschaft
- Mutterschaftsurlaub auf 15 Wochen verlängert.
- Schrittweise Einführung eines Elternurlaubs.
- Spezifische Bewertung der Situation selbstständiger Frauen.
➡ Selbstständige haben Anspruch auf modernen Sozialschutz.
7.3 Verwaltungsvereinfachung
- Automatisierung der Erwerbsunfähigkeitsmeldungen.
- Integration der Unternehmensschalter in die Sozialkassen.
- Senkung der Verwaltungskosten.
8. KMU
KMU sind das Herzstück des lokalen Wirtschaftsgefüges und der wohnortnahen Beschäftigung.
8.1 Verwaltungs- und finanzielle Entlastung
- Abschaffung der Hinterlegungsgebühren für Jahresabschlüsse kleiner Unternehmen und Vereine.
- Weitere Vereinfachung und Digitalisierung der Verwaltungsverfahren.
- Senkung der Kosten für Pflichtformalitäten.
➡ Weniger Bürokratie, mehr Zeit für wirtschaftliche Tätigkeit.
8.2 Betrugsbekämpfung und fairer Wettbewerb
- Einführung eines Verwaltungsverfahrens, um offensichtlich inaktive oder fiktive Gesellschaften schneller zu löschen.
- Reform des Kontrollverfahrens der Quellenabzugspflicht für ausländische Arbeitnehmer.
➡ Ehrliche KMU vor unlauterem Wettbewerb schützen.
8.3 Schutz der Einzelhändler
- Automatisiertes System zur pauschalen Entschädigung der durch Ladendiebstahl verursachten Verwaltungskosten.
➡ Konkrete Antwort auf die wirtschaftlichen Sicherheitsprobleme des Nahhandels.
8.4 Recht auf eine zweite Chance
- Möglichkeit für einen ehrlichen Unternehmer, eine Tätigkeit mit einer neuen Unternehmensnummer neu zu starten.
- Löschung nicht betrügerischer Insolvenzen aus Registern.
- Verstärkung des Schutzes vor administrativer Stigmatisierung.
➡ Unternehmerisches Scheitern darf nicht zu endgültiger Ausgrenzung führen.
8.5 KMU und Industriestrategie
- Integration belgischer KMU in die Defence, Industry and Research Strategy (DIRS).
- Die strategische Autonomie Belgiens und der EU stärken.
- Einen wirtschaftlichen und sozialen Nutzen für Belgien sichern.
- Lokale Beschäftigung und Innovation unterstützen.
➡ KMU stehen nicht am Rand großer Industriestrategien: Sie sind ein Pfeiler davon.
9. Justiz
Dieses Kapitel ist eine wesentliche Achse der Reformen 2026. Es zielt darauf ab, die Effizienz der Strafrechtskette wiederherzustellen, härter gegen organisierte Kriminalität vorzugehen und das gesamte Strafrecht an das neue, am 8. April 2026 in Kraft tretende Strafgesetzbuch anzupassen.
9.1 Anpassung an das neue Strafgesetzbuch
- Harmonisierung des gesamten strafrechtlichen Sondergesetzes mit dem neuen Strafgesetzbuch.
- Anpassung der IT-Systeme und Gerichtsverfahren.
- Formelle Aufforderung an die Gliedstaaten, ihre Vorschriften bei Bedarf anzupassen.
Zeitplan:
➡ Alle Harmonisierungstexte müssen bis zum Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuchs (8. April 2026) fertig sein.
9.2 Organisierte Kriminalität: verschärfte Strafen
- Verschärfte Strafen für die Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Rekrutierung Minderjähriger.
- Gleichzeitiges Inkrafttreten mit dem neuen Strafgesetzbuch.
Politische Botschaft:
➡ Nulltoleranz für organisierte Kriminalität.
9.3 Strafverfahren
- Modernisierung und Beschleunigung der Strafverfahren.
- Begrenzung des Sprachwechsels auf einmal pro Person, um Verzögerungstaktiken zu verhindern.
- Anpassung des Ablehnungsverfahrens für Richter, ohne die Verteidigungsrechte zu beeinträchtigen.
- Überlegungen zur Untersuchungshaft: Rolle der Ratskammer, Häufigkeit der Kontrollen, Alternativen.
Status:
➡ Abstimmungen mit Magistraten und Staatsanwaltschaft laufen im Jahr 2026.
9.4 Strafvollzug
- Überarbeitung der Schwellenwerte für die bedingte Entlassung, sobald die Überbelegung der Gefängnisse abnimmt.
- Verschärfung der Aufenthaltsrechtsanforderung für den Zugang zu Strafvollzugsmodalitäten.
- Strengere Überwachung von Arbeitsstrafen und verschärfte Sanktionen bei Nichterfüllung.
9.5 „Follow the money“: Einziehung krimineller Vermögenswerte
- Proaktive Einziehung krimineller Vermögenswerte.
- Umsetzung der europäischen Richtlinie 2024/1260: Einziehung ohne Verurteilung im Todesfall, Einziehung unerklärter Vermögenswerte im Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten.
- Einrichtung einer verstärkten Finanzstaatsanwaltschaft (10 Magistrate).
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Finanzbehörden.
Lokal zu vertreten:
➡ Verbrechen darf sich nie mehr auszahlen.
10. Inneres
Die Reformen „Inneres“ zielen darauf ab, das administrative und polizeiliche Instrumentarium an die neuen Bedrohungen anzupassen, unter strikter Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit.
10.1 Polizeizonen: Brüssel
Kernmaßnahme: Verabschiedung eines Gesetzes zur Fusion der Brüsseler Polizeizonen.
Zeitplan:
➡ Erstes Quartal 2026.
10.2 Vorübergehende administrative Tätigkeitsverbote
- Klare Unterscheidung zwischen administrativen Maßnahmen (präventiv, vorübergehend, umkehrbar) und gerichtlichen Maßnahmen (endgültig).
- Verbot beschränkt auf präzise definierte Tätigkeiten auf Grundlage konkreter und aktueller Tatsachen: gewaltsame Propaganda, Indoktrination, Organisation gewaltsamer Veranstaltungen, Finanzierung oder Logistik.
Grundlegende Garantie:
➡ Kein Verbot darf auf einer Meinung oder ideologischen Zugehörigkeit beruhen.
10.3 Verschiedene Bestimmungen: Innere Sicherheit
- Anpassungen bezüglich der GD Sicherheit & Prävention, des NCCN, des Zivilschutzes und der Bürgeridentität.
- Modernisierung der bestehenden Rechtsgrundlagen.
11. Asyl und Migration
Die Asyl- und Migrationspolitik zielt darauf ab, entschiedener gegen illegale Migration vorzugehen und einen wirksamen Schutz für jene zu gewährleisten, die darauf Anspruch haben.
11.1 Aufnahme und Verfahren
- Beschleunigung und Vereinfachung der Asylverfahren zur Verkürzung der Wartezeiten.
- Schrittweiser Abbau der teuersten Aufnahmestrukturen zugunsten effizienterer Lösungen.
- Bessere Steuerung der Zuströme mit Antizipation von Spitzenankünften.
Warum diese Reform?
➡ Zu lange Verfahren nähren Unsicherheit, öffentliche Kosten und lokale Spannungen.
Zu verteidigen:
➡ Schnellere Entscheidungen bedeuten weniger Druck auf die Gemeinden.
11.2 Integration und Sozialhilfe
- Verpflichtung für anerkannte Flüchtlinge, Integrationsbemühungen nachzuweisen (Sprache, Ausbildung, Eingliederung).
- Kürzung der Sozialhilfe bei anhaltender Verweigerung von Integrationsbemühungen.
- Möglichkeit eines Bonus für Begünstigte des subsidiären oder vorübergehenden Schutzes, die sich aktiv in einen Integrationsprozess einbringen.
Status:
➡ Umsetzung über Kooperationsabkommen mit den Regionen.
Botschaft:
➡ Solidarität geht mit Pflichten einher.
11.3 Rückführung und Glaubwürdigkeit des Systems
- Stärkung der freiwilligen und erzwungenen Rückführung von Personen ohne legalen Aufenthalt.
- Verstärkte Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern.
- Klarerer Zusammenhang zwischen negativer Entscheidung und tatsächlicher Rückführung.
Lokal zu verteidigen:
➡ Ein glaubwürdiges System schützt das Asylrecht.
12. Wirtschaft, Digitales und Wettbewerb
Dieses Kapitel fasst wichtige übergreifende Reformen für die Wettbewerbsfähigkeit der belgischen Wirtschaft, den Verbraucherschutz und die Anpassung des staatlichen Handelns an den technologischen Wandel zusammen.
12.1 Künstliche Intelligenz: Regulatory Sandboxes
- Einrichtung von Regulatory Sandboxes zur Erprobung von Anwendungen der künstlichen Intelligenz in einem sicheren rechtlichen Rahmen.
- Abstimmung mit dem europäischen AI Act, ohne nationale Überregulierung.
Warum diese Reform?
➡ Innovation fördern, ohne den Schutz der Bürger zu opfern.
Lokal zu verteidigen:
• Chancen für KMU und regionale Forschungszentren.
• Gestärkte wirtschaftliche Attraktivität.
12.2 Geistiges Eigentum: geografische Angaben
- Schaffung eines föderalen rechtlichen Rahmens für die Anerkennung und den Schutz geografischer Angaben für handwerkliche und industrielle Produkte.
- Enge Zusammenarbeit mit den Regionen bei der Umsetzung.
Ziele: lokales Know-how aufwerten und Erzeuger vor unlauterem Wettbewerb schützen.
12.3 Wettbewerb und Arzneimittelpreise
- Stärkung der Verfahren der Belgischen Wettbewerbsbehörde gegen wettbewerbswidrige Praktiken.
- Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren zur Festlegung der Arzneimittelpreise.
- Bessere Koordinierung zwischen dem FÖD Wirtschaft, der FAMHP und dem LIKIV.
Botschaft:
➡ Die Kaufkraft der Patienten schützen und gleichzeitig pharmazeutische Innovation gewährleisten.
13. Institutionelles
Die institutionellen Reformen zielen darauf ab, die föderale Architektur zu vereinfachen und die demokratische Verständlichkeit zu stärken.
13.1 Senat
- Änderung von Artikel 195 der Verfassung.
- Ausschussabstimmung Anfang Februar vorgesehen.
13.2 Verfassungsgerichtshof und Staatsrat
- Abstimmung über den Text zum Verfassungsgerichtshof in der Kammer.
- Texte mit besonderer Mehrheit beim Staatsrat, gemäß dem Regierungsabkommen.
14. Energie und Klima
Die Energie- und Klimapolitik beruht auf einem pragmatischen, realistischen und sozial tragfähigen Ansatz.
14.1 Energieversorgungssicherheit
- Verlängerung mehrerer bestehender Kernreaktoren, um eine stabile und kohlenstoffarme Produktion zu gewährleisten.
- Entwicklung von Small Modular Reactors (SMR) als Zukunftstechnologie.
- Stärkung der föderalen Steuerungskapazitäten im Bereich der Energiesicherheit.
Warum diese Reform?
➡ Ohne Versorgungssicherheit gibt es weder eine glaubwürdige Klimawende noch Schutz der Kaufkraft.
Lokal zu verteidigen:
• Kernenergie schützt Haushalte vor Preisvolatilität.
• Sie gewährleistet eine kohlenstoffarme Produktion und unterstützt die industrielle Beschäftigung.
14.2 Energiewende und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
- Beschleunigte Entwicklung der Offshore-Windenergie und Stärkung der europäischen Interkonnektoren.
- Gezielte Unterstützung für stromintensive Unternehmen, die internationalem Wettbewerb ausgesetzt sind.
- Verstärkte Koordinierung zwischen dem Föderalstaat und den Regionen zur Vermeidung von Widersprüchen.
Botschaft:
➡ Die Wende muss die Wirtschaft stärken, nicht schwächen.
14.3 Verbraucherschutz und Kaufkraft
- Stärkung der Transparenz von Energierechnungen.
- Verbesserung der Schutzmechanismen für vulnerable Verbraucher.
- Verstärkte Überwachung der Energiemärkte zur Vermeidung von Missbrauch.
Lokal zu verteidigen:
➡ Eine glaubwürdige Klimapolitik ist eine sozial gerechte Politik.
15. Mobilität
Die Mobilitätspolitik zielt darauf ab, sichere, zuverlässige und zugängliche Fahrten zu gewährleisten, ohne die verschiedenen Verkehrsträger ideologisch gegeneinander auszuspielen.
15.1 Schiene und öffentlicher Verkehr
- Modernisierung der SNCB und von Infrabel mit Schwerpunkt auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.
- Stärkung der Sicherheit in Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln, in Abstimmung mit den Polizeizonen.
- Bessere Abstimmung zwischen föderalem, regionalem und lokalem Verkehr.
Warum diese Reform?
➡ Zuverlässiger öffentlicher Verkehr ist essenziell für Beschäftigung, Bildung und territorialen Zusammenhalt.
Lokal zu verteidigen:
• Mehr Sicherheit für die Nutzer.
• Bessere Anbindung der Gemeinden.
15.2 Verkehrssicherheit
- Verstärkung der Bekämpfung von Rückfälligkeit bei schweren Verkehrsverstößen.
- Modernisierung der rechtlichen und technologischen Kontrollmittel.
- Schwerpunkt auf der Eigenverantwortung der Fahrer, ohne übermäßige Bestrafung.
Politische Botschaft:
➡ Verkehrssicherheit rettet Leben und schützt Familien.
15.3 Ausgewogene Mobilität und Kaufkraft
- Berücksichtigung der Mobilitätskosten in der Kaufkraftpolitik.
- Nicht strafende Herangehensweise für Haushalte, die auf das Auto angewiesen sind, insbesondere in ländlichen Gebieten.
- Komplementarität zwischen Auto, öffentlichem Verkehr und sanfter Mobilität.
Lokal zu verteidigen:
➡ Mobilität muss ein Recht bleiben, kein Luxus.
Schlussfolgerung: Reformen zum Handeln, Schützen und Vorbereiten der Zukunft
Die 2026 umgesetzten Reformen folgen einer Logik von Verantwortung, Ausgewogenheit und Effizienz des staatlichen Handelns, mit einem klaren Ziel: das System gerechter zu machen für jene, die arbeiten, schützender für jene, die es wirklich brauchen, und tragfähiger für die öffentlichen Finanzen, auf allen Machtebenen.
Diese Reformen sind weder ideologisch noch losgelöst von der Realität vor Ort. Sie spiegeln den bewussten Willen wider, wieder Kohärenz in die öffentliche Politik zu bringen, Missbrauch zu bekämpfen, ohne die verschiedenen Lebenswege zu bestrafen, und entschlossen an Arbeitsanreizen und unserer Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten. Sie zielen auch darauf ab, bestehende Regelungen zu vereinfachen und das staatliche Handeln an die Realitäten des 21. Jahrhunderts anzupassen.
Für lokale Mandatare stellen diese Reformen sowohl einen Rahmen als auch einen Hebel dar. Einen Rahmen, weil sie schrittweise die Regeln in den Bereichen Steuern, Beschäftigung, soziale Sicherheit, Integration, Renten, Sicherheit sowie Mobilität und Energie neu definieren. Einen Hebel, weil sie neue Handlungsspielräume, eine bessere Abstimmung zwischen den Machtebenen und letztlich effizientere Politiken zum direkten Nutzen der Bürger und Gemeinden bieten.
Unsere Rolle als Mandatare vor Ort ist zweifach: diese Reformen pädagogisch zu erklären, indem wir ihren Sinn und ihre Ziele vertreten, und sie mit Konsequenz zu verteidigen, indem wir daran erinnern, dass sie Teil einer umfassenden Vision sind: die eines gerechteren, moderneren, anspruchsvolleren, aber auch dort, wo nötig, schützenderen Staates.
Diese Reformen sind kein Selbstzweck. Sie stellen einen entscheidenden Schritt dar, um das Vertrauen wiederherzustellen, die Glaubwürdigkeit des staatlichen Handelns zu stärken und die Zukunft unserer Gemeinden, unserer Bürger und unseres Sozialmodells nachhaltig vorzubereiten.