Die Regierung der Föderation Wallonie-Brüssel hat auf Initiative der Medienministerin einen gemeinsamen Standpunkt zur Regulierung des Zugangs von Kindern zu sozialen Medien vereinbart. Ein Pionieransatz, der den Schutz der Jüngsten online stärken und auf europäischer Ebene eine starke, kohärente belgische Stimme hörbar machen soll. Dieser Standpunkt soll auch die anderen Landesteile ermutigen, sich anzuschließen, damit Belgien konkret vorankommen kann. „Vor einigen Monaten habe ich die Debatte über das Verbot des Zugangs von Jugendlichen zu sozialen Medien angestoßen, nicht um grundsätzlich zu verbieten, sondern um sie besser zu schützen. Ich freue mich, dass sich viele Stimmen diesem Kampf angeschlossen haben. Heute nimmt die Föderation Wallonie-Brüssel einen klaren Standpunkt ein, um der Föderalregierung die Arbeit an ihren Regulierungsvorhaben zu erleichtern“, erklärt die Medienministerin Jacqueline Galant.
Ein gemeinsamer Standpunkt, der auf 4 Säulen beruht:
Kontinuierliche Weiterentwicklung der Medienbildung
Eine Politik muss, um Bestand zu haben, auf zwei Beinen stehen: Regulierung auf der einen und Medienbildung auf der anderen Seite. Für die gesamte Legislaturperiode bekräftigt die Föderation Wallonie-Brüssel ihren Willen, die Medienbildung ins Zentrum ihrer Politik zum Schutz junger Menschen im Internet zu stellen. Das Ziel ist klar: Gefahrensituationen in verstandene, eingerahmte und beherrschte Risiken umzuwandeln. Dieser altersgerechte pädagogische Ansatz ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, schrittweise einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln, mit der aktiven Unterstützung von Lehrkräften, Eltern und allen Bildungsakteuren.
Einführung einer digitalen Volljährigkeit in Europa für den Zugang zu sozialen Medien
Die Föderation Wallonie-Brüssel spricht sich im Rahmen eines durchdachten und abgestimmten Ansatzes für die Einführung einer Altersgrenze für den Zugang zu sozialen Medien aus. Sie ist der Ansicht, dass eine solche Maßnahme umso sinnvoller wäre, wenn sie auf europäischer Ebene anhand objektiver Kriterien harmonisiert würde.
Einführung wirksamer und flächendeckender Mechanismen zur Altersüberprüfung
Auf europäischer und nationaler Ebene wird derzeit über die Einführung von Mechanismen zur Altersüberprüfung nachgedacht. Die Föderation Wallonie-Brüssel steht dem positiv gegenüber, bleibt jedoch aufmerksam hinsichtlich der konkreten Umsetzungsmodalitäten.
Schaffung eines europäischen Regelungsrahmens, der großen Plattformen technische Normen für sichere, nicht süchtig machende und datenschutzfreundliche Schnittstellen vorschreibt
Die Regierung setzt sich für die Verabschiedung europäischer Normen ein, die Plattformen (wie Meta, TikTok usw.) verpflichten würden, digitale Umgebungen zu gestalten, die dem Alter der Nutzer angepasst sind. Ziel ist es, Funktionen einzuschränken, die darauf ausgelegt sind, die Aufmerksamkeit übermäßig zu binden, wie Pop-up-Fenster, automatisches Abspielen von Videos oder eine übertriebene Personalisierung von Inhalten. Es geht darum, die Betreiber in die Verantwortung zu nehmen, indem sie dazu angehalten werden, ihre Werkzeuge zu überdenken, um Jugendliche besser zu schützen.
Die Bildungsministerin Valérie Glatigny: „Wir wollen die Medienbildung in unseren Schulen stärken, indem wir sowohl Lehrkräften als auch Schülern die nötigen Werkzeuge geben, um sich die neuen Technologien anzueignen, unter Berücksichtigung der ethischen, pädagogischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die sie mit sich bringen. Sensibilisierung und Ausbildung für einen durchdachten Umgang mit sozialen Medien gehören zu unseren Prioritäten, und die erste starke Maßnahme in diesem Sinne wird das Verbot der Freizeitnutzung von Smartphones in der Schule sein, das ab dem nächsten Schuljahr gilt“