Die Regierung wird die Normen für PFAS und Perchlorat in Wasser, das für die Herstellung von Lebensmitteln und Getränken verwendet wird, verschärfen. Das teilten der Minister für Soziale Angelegenheiten und Volksgesundheit Frank Vandenbroucke und der Minister für den Mittelstand, Selbstständige, KMB und Landwirtschaft David Clarinval mit. Mit dieser Verschärfung wollen die Minister die Gesundheit der Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen von PFAS und Perchlorat schützen.
Der Begriff PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) bezeichnet die Gruppe der sogenannten „Forever Chemicals“ (ewige Chemikalien), sehr widerstandsfähige chemische Stoffe, die schwer abbaubar sind. Sie werden in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, etwa in Regenjacken, Klebeband, Feuerlöschschaum und Antihaftpfannen. Durch ihre vielfältige Nutzung sind sie in der Natur weit verbreitet.
Perchlorat ist ein chemischer Stoff, der vor allem bei der Herstellung von Feuerwerk, Düngemitteln und Munition vorkommt. Dieser Stoff löst sich leicht in Wasser und ist, wie PFAS, schwer abbaubar.
Eine langfristige Exposition gegenüber diesen Stoffen kann zu einem erhöhten Krebsrisiko, hormonellen Störungen oder Wachstumsverzögerungen, Fruchtbarkeitsproblemen und Frühgeburten führen. Für gefährdete Gruppen wie Babys, Kleinkinder oder Schwangere kann eine Exposition besonders problematisch sein.
Es gibt mehrere Expositionswege für PFAS und Perchlorat, darunter die Aufnahme über Lebensmittel oder Wasser, das Einatmen oder den Hautkontakt. Es gibt verschiedene Arten von Trinkwasser, wie Leitungswasser oder Flaschenwasser. Auch für die Herstellung von Lebensmitteln und Getränken wird Wasser verwendet. Dies unterstreicht die entscheidende Bedeutung strengerer Normen für diese Stoffe in Wasser, das in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie verwendet wird.
Anfang dieses Jahres wurde ein Königlicher Erlass veröffentlicht, um eine europäische Richtlinie umzusetzen, die unter anderem bestimmte Anforderungen an PFAS-Verbindungen in Wasser enthielt.
Die Föderalregierung verschärft die Normen für eine Reihe von PFAS-Stoffen und für Perchlorat in Flaschenwasser und Produktionswasser, zusätzlich zu den regionalen Normen für Leitungswasser. Es wird eine Übergangsperiode vorgesehen, um die notwendigen Maßnahmen ergreifen zu können.
Die Regierung hatte dazu die Stellungnahme des Hohen Gesundheitsrates eingeholt. Der Entwurf des Königlichen Erlasses entspricht dieser Stellungnahme.
Lebensmittelhersteller müssen strengere Normen einhalten. Spätestens 5 Jahre nach der Veröffentlichung dieses Erlasses gilt ein Zielwert von 4 Nanogramm pro Liter für die 4 häufigsten PFAS (PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS).
Für Perchlorat wird der Grenzwert auf 13 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Bei Verstößen kann die FASNK eingreifen und Sanktionen verhängen.
Minister für Soziale Angelegenheiten und Volksgesundheit Frank Vandenbroucke: „Die Aufnahme von PFAS oder Perchlorat wirkt sich auf das Abwehrsystem des Körpers aus, erhöht das Krebsrisiko und beeinflusst das Wachstum, die Lernfähigkeit und das Verhalten von Kindern. Eine starke Regierung muss die Gesundheit der Menschen schützen. Die Menschen selbst haben keine Kontrolle über die Herstellung ihrer Lebensmittel oder ihres Flaschenwassers. Deshalb müssen wir gegenüber der Industrie streng sein.“
Landwirtschaftsminister David Clarinval: „Die Verschmutzung der Umwelt mit persistenten Stoffen wie PFAS und Perchlorat ist weit verbreitet. Nach einer europäischen Verordnung über die Höchstgehalte bestimmter Kontaminanten in Lebensmitteln und der Umsetzung der Wasserrichtlinie werden nun noch strengere Maßnahmen für die 4 häufigsten PFAS und für Perchlorat vorgeschlagen, um die Lebensmittelsicherheit in Belgien besser zu gewährleisten.“