Die RTL-Reportage über Arbeitslose und Langzeitkranke, die über Jahre bewusst eine Sozialleistung mit sozialen Vorteilen kombinieren, hat in der Bevölkerung heftige Reaktionen ausgelöst. Sie hat den Finger auf die Wunde gelegt. Es schien, als seien nur ein paar Leute in der Rue de la Loi überrascht.
MR-Vorsitzender Georges-Louis Bouchez, der in einer Region lebt, in der nur eine von zwei Personen arbeitet, war es nicht. „Während des ganzen Wahlkampfs habe ich dieses Problem angeprangert. Heute zahlen wir viel zu viele Steuern, während ein großer Teil der öffentlichen Gelder für Sozialbetrug wie diesen verschwendet wird.“ Er nennt dieses System das „Geschäftsmodell des Elends, das Geschäftsmodell der Linken“. Denn die Gewerkschaften und Krankenkassen ziehen daraus Profit. Parteien wie die PS, die PTB und Ecolo sammeln damit Stimmen. Und Leistungsempfänger sowie bestimmte Vereine profitieren davon. Für die MR braucht es daher deutlich mehr Reformen, die es erlauben werden, viel weniger Steuern zu erheben.“
„Mit der Regierung werden wir auch die sozialen Vorteile begrenzen, die Menschen mit einer Sozialleistung kombinieren können. Zum Beispiel eine Sozialwohnung, einen Sozialtarif für Energie, günstigere Medikamente, Telefon, öffentliche Verkehrsmittel oder Kinderbetreuung. Das verleitet manche dazu, sich bewusst gegen die Arbeit zu entscheiden, weil sie darin keinen Nutzen sehen.“
„Es arbeiten zu wenige Menschen, und der Staat gibt zu viel Geld aus. Das erklärt unsere schlechte Haushaltslage“, erklärt Bouchez. „Wir müssen also mehr Menschen in Arbeit bringen und die öffentlichen Ausgaben senken. Und nicht wieder das Geld bei denen holen, die arbeiten, sparen und investieren. Sie haben genug von all den Steuern, die sie zahlen müssen. Und sie haben recht, denn sie werden bestraft, obwohl sie unser Land am Laufen halten.“