Familien mit Kindern im Förderschulwesen sind heute mit einem Mangel an Plätzen und passenden Lösungen in der Nähe ihres Wohnortes konfrontiert. Mit diesem Dekret, das vom Parlament auf Vorschlag von Ministerin Valérie Glatigny verabschiedet wurde, bieten wir sehr konkrete Antworten: mehr Flexibilität, um Plätze dort zu schaffen, wo sie fehlen, weniger administrative Belastung für die Erziehungsteams und vor allem besser angepasste Bildungswege im Interesse jedes Schülers.
Mehr Plätze und näher am Wohnort
Heute müssen manche Kinder jeden Tag sehr lange Wege zurücklegen, weil es in ihrer Nähe keinen passenden Platz gibt.
Das Dekret wird es einfacher machen, neue Abteilungen oder neue Formen des Förderschulwesens einzurichten, wenn in einer Region ein deutlicher Bedarf besteht. So können den Familien mehr Lösungen angeboten werden, und Schüler müssen nicht mehr ganz Wallonien oder Brüssel durchqueren, um zur Schule zu gehen.
Der Text erleichtert außerdem die Schaffung neuer Plätze für Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung, dort, wo die Wartelisten am längsten sind.
Verstärkte Teams für eine bessere Begleitung der Schüler
Schulen können künftig auf zwei neue Profile zurückgreifen: klinische Heilpädagogen und Pflegehelfer. Diese Fachkräfte werden die Lehrkräfte und die übrigen Teammitglieder bei der Begleitung von Schülern unterstützen, die mehr Aufmerksamkeit benötigen.
Die Schulen erhalten außerdem mehr Freiheit, um Fachkräfte einzustellen, die am besten den Bedürfnissen ihrer Schüler entsprechen.
Mehr inklusive Lösungen
Das Dekret erleichtert außerdem die Einrichtung von Klassen mit inklusiver Zielsetzung (CLAVI) im allgemeinen Regelkindergarten. Eine CLAVI ist eine Förderschulklasse, die direkt in eine Regelschule integriert ist. Die Schüler werden weiterhin vom Förderschulwesen betreut, nehmen aber am Leben der Regelschule teil (Pausen, Mahlzeiten, bestimmte Aktivitäten).
Konkret wird dies es ermöglichen, Kindern, die eine spezifische Begleitung benötigen, schneller eine Lösung anzubieten, auch wenn es in der Nähe keine Förderkindergartenschule gibt.
Auch die zweisprachigen Klassen Französisch-Gebärdensprache werden dauerhaft verankert. Sie erhalten künftig einen stabilen Rahmen für die Schüler, die Familien und die Erziehungsteams, dies im Sinne der Inklusion.
Weniger Verwaltungsaufwand
Der Dekretentwurf vereinfacht auch den Alltag der Schulen. Bestimmte Genehmigungen müssen nicht mehr über die Ministerin, sondern direkt über die Verwaltung laufen, was Zeit spart. Der Text schafft außerdem bestimmte doppelte Formalitäten ab. Lehrkräfte und Schulleitungen können sich so mehr Zeit für die Begleitung der Schüler nehmen, statt Dokumente auszufüllen.
Bedarf besser vorhersehen
Schließlich wird alle vier Jahre eine Bestandsaufnahme des Förderschulwesens erstellt. Sie wird es erleichtern, die Regionen zu ermitteln, in denen Plätze fehlen, und das Angebot an die tatsächlichen Bedürfnisse der Schüler anzupassen.