Am 16. Juli 2025 stellt die Europäische Kommission ihren Vorschlag für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) vor, der die Grundlinien der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) festlegen wird. Die Beträge sind noch nicht bekannt, doch die ersten politischen Ansätze lösen bereits große Besorgnis aus. Unsere wallonische Landwirtschaftsministerin, Anne-Catherine Dalcq, reagiert und warnt vor den Gefahren, die die zukünftige GAP nach 2027 bedrohen.
Die Gefahr ist doppelt: eine Kürzung des Agrarbudgets und dessen Verwässerung in einem Gesamtpaket ohne eigene Haushaltslinie. Für die Ministerin wäre diese Entwicklung ein gravierender strategischer Fehler.
Die GAP ist einer der konkreten Erfolge des europäischen Aufbauwerks. In wenigen Jahrzehnten hat sie Europa ermöglicht, seine Ernährungsautonomie zu sichern, seine Landwirte zu unterstützen und sich von der Importabhängigkeit zu lösen. Heute, wo geopolitische und klimatische Instabilität zunehmen, wäre die Aufgabe einer starken Ernährungspolitik ein historischer Fehler. Ernährungssouveränität ist kein Luxus: Sie ist eine strategische Notwendigkeit. Es geht darum, unsere Bevölkerung mit unseren eigenen Ressourcen ernähren zu können, ohne für das Allerwichtigste, die Ernährung, von den Weltmärkten abhängig zu sein.
Die Ministerin führt seit mehreren Wochen formelle und informelle Gespräche mit Akteuren, in Belgien und auf europäischer Ebene, um die Bedeutung einer kohärenten, modernen und verständlichen GAP zu unterstreichen. Eine Politik, die sowohl die Ansiedlung junger, unabhängiger Landwirte ermöglichen muss, während 50% der wallonischen Landwirte älter als 55 Jahre sind, als auch Investitionen in nachhaltigere Praktiken unterstützen soll, unter anderem durch innovative Geräte, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. „Es ist Zeit, zum Wesentlichen zurückzukehren: zu wissen, wer uns morgen ernähren wird, unter welchen Bedingungen und mit welchen Ressourcen“, betont Anne-Catherine Dalcq.
Die Ministerin lehnt es ab, Umwelt, landwirtschaftliche Beschäftigung und Ernährungssicherheit gegeneinander auszuspielen. Die GAP muss diese Ziele vielmehr in Einklang bringen. Eine Kürzung des Budgets könnte sich paradoxerweise negativ auf die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auswirken. Für Anne-Catherine Dalcq wäre eine auf eine rein ökologische Logik reduzierte Politik unvollständig und ineffizient. Es braucht eine gerechte, starke und moderne GAP. Nicht für die Vergangenheit, sondern für unsere Zukunft. Denn essen ist ein Grundbedürfnis. Und das beginnt auf unseren Feldern.
Die Diskussion über die GAP nach 2027 kann nicht geführt werden, ohne das Wesentliche im Blick zu behalten: jedem Bürger eine qualitativ hochwertige, regionale Ernährung zu einem fairen Preis zu garantieren. Als Verantwortliche für einen gesunden Agrarsektor bekräftigt die Ministerin: Sie steht und bleibt an der Seite der Landwirte. Und sie wird mit Entschlossenheit die Stimme einer starken, nachhaltigen und souveränen wallonischen Landwirtschaft in die europäische Debatte einbringen.