Die zahlreichen Ausschreitungen, die auftreten, wenn die „Front Antifasciste de Liège“ anlässlich bestimmter vom Mouvement Réformateur organisierter Veranstaltungen zusammenkommt, sind bekannt. Es wurden Anzeigen erstattet, Ermittlungen eingeleitet und mehrere Personen wegen Bandenbildung, gemeinschaftlichem Widerstand sowie Körperverletzung gegenüber Bürgern und Polizisten angeklagt.
Mit einer parlamentarischen Anfrage hat die liberale Abgeordnete Stéphanie Cortisse im Ausschuss die Ministerpräsidentin der Föderation Wallonie-Brüssel, Elisabeth Degryse (Les Engagés), befragt und die Vergabe öffentlicher Subventionen für die Organisation von Veranstaltungen angeprangert, die direkt oder indirekt mit der „Front Antifasciste de Liège“ oder einigen ihrer Ableger wie „Peuple & Culture“ verbunden sind.
Die Abgeordnete stellt außerdem fest, dass mehrere Vereinigungen, die selbst umfassend von der Föderation Wallonie-Brüssel subventioniert werden, wie Ecolo J, die Jungsozialisten, das COMAC, die Jungen FGTB, die JOC, C-Paje oder die FEF, sich diesem von der „Front Antifasciste de Liège“ aufgebauten Netzwerk angeschlossen haben, wie auf deren Website zu lesen ist.
In ihrer Antwort bestätigt Ministerpräsidentin Degryse, dass mehrere anerkannte und von der Föderation Wallonie-Brüssel subventionierte Vereinigungen tatsächlich zu den unterzeichnenden Vereinigungen und Kollektiven der „Front Antifasciste de Liège“ gehören und dass einige gemeinsam mit dieser Front organisierte Veranstaltungen öffentliche Subventionen erhalten.
Ministerpräsidentin Degryse beruft sich jedoch darauf, dass nicht die Front selbst direkt subventioniert wird und dass sie sich in ihrer eigenen Charta als ein Netzwerk von Einzelpersonen definiert. „Auch wenn ich die Gewalt und Einschüchterungen, die bei den von der Front Antifasciste de Liège organisierten Versammlungen stattgefunden haben, in keiner Weise toleriere, rufe ich zur Vorsicht auf. Man sollte die Verantwortung für individuelle Ausschreitungen nicht auf Träger oder Vereinigungen übertragen, selbst wenn diese diesen Bewegungen angeschlossen sind“, meint sie und betont zugleich das aktivistische Engagement und den kritischen Geist, die die Meinungsvielfalt in einer Demokratie widerspiegeln, sowie die Vereinigungs- und Meinungsfreiheit.
„Selbstverständlich ist die kontroverse Debatte die Grundlage der Demokratie. Doch genau diese Organisationen versuchen, sie mit Füßen zu treten, indem sie versuchen, die erste demokratische Partei der Frankophonie daran zu hindern, sich in Lüttich zu äußern und zu versammeln, mit Gewalt, Drohungen und Einschüchterung statt mit dem Austausch von Argumenten. Eine Gewalt, die sie in ihren sozialen Netzwerken selbst zugeben und für sich beanspruchen“, entgegnete die Abgeordnete Stéphanie Cortisse.
„Wie kann man weiterhin öffentliche Subventionen an eine Organisation vergeben, deren Mitglieder teils genau dieselben autoritären Methoden anwenden, die sie angeblich bekämpfen wollen? Diese Art von Organisation ist gefährlich für die Demokratie“, ruft Stéphanie Cortisse aus, die am 18. September 2025 selbst Zeugin von Szenen seltener Gewalt wurde, als sie versuchte, das Gebäude XX Août in Lüttich zu erreichen, für die Veranstaltung zum Gedenken an Jean Gol.
„Ich werde nie vergessen, dass ich in Lüttich, vor der Universität, an der ich studiert habe, mit Kollegen und MR-Sympathisanten durch die Straßen gejagt und verfolgt wurde. Einige wurden geschlagen und wegen ihrer politischen Überzeugungen eingeschüchtert“, fährt die Abgeordnete aus Verviers fort, die für die Abschaffung solcher öffentlichen Subventionen plädiert oder zumindest für deren Aussetzung, solange nicht klar ist, ob die angeklagten Personen verurteilt werden und welche Rolle sie innerhalb dieser „Antifa“-Kollektive spielen, die gut identifizierbar sind, da sie regelmäßig Generalversammlungen abhalten und auf der Website der „Front Antifasciste de Liège“ verzeichnet sind.
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