David Weytsman fordert ein Audit des Brüsseler Hafens. Für den Vorsitzenden der MR Brüssel und Umland ist es zu einfach anzunehmen, dass das in Brüssel vorhandene Kokain hauptsächlich aus dem Hafen von Antwerpen stammt, wie viele linke Politiker behaupten. „Brüssel muss auch seine eigene Infrastruktur ernsthaft prüfen und vor der eigenen Tür kehren.“
Im Jahr 2021 schätzte die föderale Gerichtspolizei, dass kriminelle Netzwerke, die in Brüssel und Umgebung aktiv sind, wöchentlich etwa eine Tonne Kokain extrahieren und umverpacken konnten. Diese Zahl beweist nicht, dass diese Droge über den Hafen von Brüssel transportiert wird, zeigt jedoch das Ausmaß der kriminellen und logistischen Kapazitäten in der Hauptstadt.
„Der Brüsseler Hafen ist zudem eine strategische Infrastruktur. Im Jahr 2025 wurden dort 5,41 Millionen Tonnen Güter auf dem Wasserweg transportiert. Er umfasst 14 Kilometer Wasserstraße, 6 Kilometer Kaianlagen, 116 Hektar Nutzfläche und beherbergt fast 200 Unternehmen. Solche Mengen, verbunden mit zahlreichen Lagerhäusern, Grundstücken, Konzessionen und logistischen Bewegungen, rechtfertigen eine gründliche Analyse der Risiken und der bestehenden Sicherheitsvorkehrungen“, erklärt David Weytsman.
Zur Erinnerung: Der Hafen nimmt bereits an der „Port 2 Port Security Platform“ teil, die unter anderem eine Zusammenarbeit bei Zugangskontrollen, Überwachung, Kameras und Drohnen ermöglicht. Diese Zusammenarbeit entbindet Brüssel jedoch nicht davon, seine eigenen Schwachstellen genau zu bewerten.
David Weytsman betont, dass es nicht darum geht, den Brüsseler Hafen zu beschuldigen, ein Einfallstor für den Drogenhandel zu sein, sondern objektiv zu überprüfen, dass keine Schwachstelle von kriminellen Organisationen ausgenutzt werden kann: „Das Audit sollte sich insbesondere auf die Zugänge, Kaianlagen, Lagerhäuser, Grundstücke und Konzessionen erstrecken, aber auch auf die logistischen Abläufe sowie die Kontrollen von Lastkähnen, Containern, Fahrzeugen und risikobehafteten Waren.“
Er fordert zudem, den Bedarf an mobilen Scannern, Hundestaffeln, intelligenten Kameras und anderen Erkennungstechnologien zu bewerten, ebenso wie die Identifizierungs- und Kontrollverfahren für Personal, Lieferanten, Konzessionäre und Subunternehmer, um Korruptions- und Unterwanderungsrisiken vorzubeugen.
Die künftigen MR-Verwaltungsratsmitglieder werden offiziell beantragen, dieses Audit auf die Tagesordnung des neuen Verwaltungsrats zu setzen. Für David Weytsman muss Brüssel aufhören, die Verantwortung systematisch auf andere abzuwälzen, und entlang der gesamten Kette des Drogenhandels handeln: die Ankunft von Drogen verhindern, Netzwerke zerschlagen, ihr Geld beschlagnahmen und die Kontrolle über die Viertel dauerhaft zurückgewinnen.
Wie L'Echo diese Woche schreibt, erhält diese Forderung nach einem Audit die Unterstützung von Julien Moinil, Prokurator des Königs in Brüssel, der die Notwendigkeit unterstreicht, die Schwachstellen des Brüsseler Hafens in Bezug auf den Drogenhandel zu untersuchen.