Nachdem sie die Grundlagen der Wallonischen Wohnungsagentur gelegt hat, geht die Wallonische Regierung einen neuen Schritt. Die Reorganisation der Akteure vor Ort innerhalb der „Lokalen Wohnungspole“ wurde gestartet, mit dem Ziel einer effizienteren Regionalpolitik, die den Herausforderungen gerecht wird. Aber auch verständlicher für die Bürger.
Die Wohnungslandschaft ist heute in Wallonien stark fragmentiert. Zwischen den öffentlichen Wohnungsgesellschaften (SLSP), den sozialen Immobilienagenturen (AIS), den Energieschaltern, den Gemeinden, den ÖSHZ, den Vereinigungen zur Wohnungsförderung (APL), den lokalen Renovierungsplattformen, den Sozialkreditschaltern… verliert sich der Bürger schnell in diesem administrativen Labyrinth oder weiß gar nicht, wer was in diesen lokalen Strukturen macht. Das schadet der Qualität der Dienstleistung sowie einer optimalen Nutzung der Mittel.
Realistische Lebensräume, wissenschaftlich definiert
Um dem entgegenzuwirken, schlägt die Regierung vor, Lokale Wohnungspole (PLL) zu definieren, innerhalb derer die Akteure vor Ort ermutigt werden, sich freiwillig zu gruppieren/zusammenzuschließen, um die wichtigsten operativen Schnittstellen der künftigen Wallonischen Wohnungsagentur zu werden, einer einzigen Einheit, die die derzeitigen Aufgaben der regionalen Akteure (SWL, SWCS, FLW und ein Teil des SPW TLPE) übernehmen soll, mit dem Ziel einer effizienteren Regionalpolitik, die den Herausforderungen gerecht wird.
Eine geografische Aufteilung, die nach einer strengen wissenschaftlichen Methode erstellt wurde, führt zu einem Vorschlag zur Strukturierung Walloniens in eine Gesamtheit von Polen, die Lebensräume bilden. Ein „Lebensraum“, wie er vom Centre d'Études en Habitat Durable (CEHD) konzipiert wird, ist eine kohärente und weitgehend autonome geografische Zone (die dort wohnenden Bürger verlassen diese nicht, um zu arbeiten oder zu studieren), definiert anhand der von den Bürgern geäußerten Präferenzen.
Dieser Strukturierungsvorschlag wird mit allen Akteuren vor Ort geteilt und besprochen.
Synergien zwischen Akteuren vor Ort
Ausgehend von den regionalen Zielen der Wohnungspolitik und den dafür vorgesehenen finanziellen Mitteln erhält jeder Pol auf seiner Ebene spezifische Ziele, die sich an den Bedürfnissen seiner Bürger orientieren. Die lokalen Akteure innerhalb des Pols werden ermutigt, eng zusammenzuarbeiten, um diese spezifischen Ziele operativ zu erfüllen.
Auf diese Weise werden den Polen jährlich finanzielle Mittel über einen Mechanismus des „Abrufrechts“ zugewiesen, damit sie die festgelegten Ziele erreichen können. Dies gewährleistet den Akteuren eine Vorhersehbarkeit bei Investitionen und eine gewisse Freiheit hinsichtlich der Modalitäten zur Erreichung der von der Region festgelegten Ziele. Das Abrufrecht sowie die für den Betrieb vorgesehenen Mittel werden so gestaltet, dass die lokalen Akteure zur Zusammenarbeit angeregt werden.
Darüber hinaus werden Verwaltungsnormen für die lokalen Akteure festgelegt. Diese werden von der Wohnungsagentur kontrolliert, überwacht und sanktioniert, um zu gewährleisten, dass die regionalen Ziele im gesamten Gebiet korrekt umgesetzt werden.
Cécile Neven, Ministerin für Wohnen: „Mit der Festlegung lokaler Pole schlagen wir vor, die Wohnungslandschaft in Wallonien neu zu gestalten. Wir gehen von den tatsächlichen Bedürfnissen der Bewohner aus, nicht von administrativen Grenzen. Für die Bürger wird es einfacher, verständlicher und zugänglicher sein. Für die öffentliche Hand wird es effizienter sein: Wir finanzieren Ergebnisse, nicht isolierte Strukturen. Jeder muss seine Verantwortung übernehmen, um mehr und bessere Wohnungen anzubieten. “